Montag, 12. Januar 2015

Differenzierung - Jeder arbeitet nach seinem Können und in seinem Tempo

Bei den Materialwünschen kam auch der Wunsch nach Differenzierung... Sehr lange habe ich die leistungsschwachen Kinder "gehetzt" und die leistungsstarken Kinder "aufgehalten"...
Vor vier Jahren habe ich mich mit meiner Kollegin auf den Weg gemacht die Kinder in ihrem Tempo arbeiten zu lassen. Diese Erfahrung möchte ich hier teilen:
Bild: www.pixabay.com

 
Dazu haben wir ein Lehrwerk gesucht, welches strukturierte, möglichst selbsterklärende Aufgaben und auch differenzierte Übungen anbietet. Mit "Einstern" für Mathe und teilweise auch "Einsterns Schwester" haben wir eins von vielen Lehrwerken ausgewählt und uns gewagt:
Jede/r arbeitet darin in ihrem/seinem Tempo und Können!
Passend zum neuen Konzept haben wir uns überlegt täglich eine gemeinsame Plenumsrunde mit Einführung/Absprachen/Erklärungen für alle gemeinsam zu machen und passend dazu eine Hausaufgabe (meist für alle gleich passend zum Plenumsthema, manchmal auch differnziert) zu geben...
So rechneten einige Kinder bereits im zweiten Zehner, während andere noch Subtraktion bis 10 übten, manche Kinder hatten schon 10 Buchstaben bearbeitet, andere erst 6 wie im Plenum etc...
Es war schnell eine Zufriedenheit bei den Kindern und auch bei mir zu spüren, denn ich brauchte keine "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" für die schnellen Kinder und die langsam lernenden Kinder wurden nicht durchgeschleift, um später noch mehr Lücken zu haben...

Die Eltern vom Konzept zu überzeugen war zunächst keine Schwierigkeit, doch wie sollte man mit den "vier Kategorien von Kindern" umgehen???

Leistungsstarke, schnell arbeitende Kinder => arbeiten von alleine, können sich die Aufgaben meist selbst erschließen und bearbeiten auch freudig die zusätzlichen Forderaufgaben im Heft, können anderen schnell mal was erklären, wenn man sie zu ihnen schickt...

Leistungsstarke, langsam arbeitende Kinder => können vieles bereits, bummeln rum; müssen manchmal Aufgaben gestrichen bekommen, die für sie nur ein Abarbeiten sind, da sie sie bereits können; können bei zuviel Ablenkung und Bummelei auch zuhause mal was nacharbeiten, hier muss man das richtige Maß je Kind finden...

Leistungsschwache, schnell arbeitende Kinder => arbeiten schnell, flüchtig und meist mit Fehlern..., hier muss man genau schauen, welche Aufgaben sie wiederholen oder verbessern müssen, benötigen manchmal noch Zusatzmaterial, am besten in einer Förderstunde in der Schule, da sie zuhause damit überfordert sind...

Leistungsschwache, langsam arbeitende Kinder => arbeiten langsam, schauen oft beim Nachbarn, kommen aber nicht voran, brauchen Unterstützung, Zuspruch, Motivation beim Arbeiten, sollten auch am besten in einer Förderstunde Dinge nochmal besprechen und aufholen...

Schon nach kurzer Zeit klaffte eine große Lücke zwischen den langsamen und den schnellen Kindern, doch ist die nicht immer da, auch wenn man gleichschrittig vorgeht??? Wir haben tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die am Anfang im Zahlenraum bis 10 mehr Zeit bekommen, die Inhalte später besser verstehen und auch aufholen, dass Kinder die Buchstaben mit mehr Zeit besser festigen und später ebenfalls die Laute besser verstehen und das sinnentnehmende Lesen früher einsetzen kann...

Schwierig wird es natürlich, wenn die ersten Klassenarbeiten anstehen!!! Hier haben wir bspw. in Mathematik einen gemeinsamen Größen- oder Geometriebereich oder eine gemeinsam behandelte Sachrecheneinheit im Plenum und Heft eingeschoben und uns an zumeist langsam arbeitenden Kinder orientiert, immer auch eine "Weiterdenkaufgabe" eingebaut...
In Deutsch hat eine Kollegin erfolgreich in Klasse 2 und 3 "zeitversetzte Klassenarbeiten" geschrieben (innerhalb zwei Wochen in Hessen möglich), so dass die Kinder den Zeitpunkt bspw. des Diktats selbst wählen konnten und mehr Zeit hatten... Dies kommt unserem System ein Stück entgegen.

Ab Klasse 3 haben wir in Mathematik mit Wochenplänen gearbeitet und erstaunlicherweise waren die Kinder in Klasse 4 wieder fast zeitgleich... Dies geschah automatisch, da auch für die leistungsstarken SchülerInnen die Unterrichtsinhalte nicht mehr so selbsterklärend und schnell umsetzbar waren, die leistungsschwachen Kinder etwas anschließen konnten, hauptsächlich durch die schriftlichen Rechenverfahren...

Sicher haben wir auch manchmal zusätzlich "Knobelaufgaben", sogar in Klasse 2 eine "Knobelstunde" für alle Kinder oder "Weiterdenkaufgaben" sowie Bücher der Bücherei, Lernsoftware zusätzlich eingebracht, aber die den leistungsstarken Kindern zuvor "aufgenötigten" Zusatzaufgaben und die lustlose "Fertig"-Zeit entfiel...
Auch die Eltern entspannten sich mit der Zeit und schenkten uns ihr Vertrauen, dass auch ihr langsam arbeitendes Kind keinen Nachteil hat, sondern im Gegensatz Zeit zum Verinnerlichen und zum Entwickeln geschenkt bekommt...

Nach dieser Erfahrung fällt es mir auch schwer, "Zusatzmaterial" für schnelle Kinder zu entwickeln, denn das benötige ich fast nicht mehr...

Hier dennoch einige relativ "sinnvolle" Tipps für schnell arbeitende Kinder:
- Buchstabenheft ausfüllen mit Wörtern zum ABC
- Merkplakate für die Klasse gestalten
- Geschichte schreiben, um sie der Klasse vorzulesen bzw. für ein Klassengeschichtenbuch
- anderen Kindern etwas in "Kindersprache" erklären
- Matheaufgaben-Kartei erfinden mit Aufgaben für andere Kinder zum Thema
- Klassenbücherei durchforsten, ein Vorlesestück für die Frühstückszeit vorbereiten, um es
  dann vorzulesen
- ein Spiel für die Spielecke erfinden
- schwierige Wörter in einem Wörterbuch finden
- Rollenspiel für eine Matheaufgabe erfinden zum Vorspielen in der Klasse
 
- oder einfach mal zur Entspannung spielen!!! wenn man sein Tagespensum schon geschafft hat :-))))))

Vielleicht habt ihr auch schon Erfahrungen in diesem Bereich gemacht oder wollt euch auf diesen Weg machen, wir sind erst ein Stück davon gegangen, werden weiterhin Erfahrungen sammeln und einbinden. Ich finde es immer wieder spannend den verschiedenen Lernwegen der Kinder zu begegnen und sie da abzuholen und zu stärken wo sie sind mit viel Gelassenheit für die unterschiedlichen Lerntempi und Könnensstände...

Viele Grüße, einen entspannten Start in die Woche, bei uns in Hessen fängt es heute auch wieder an...
Marion Keil


Kommentare:

  1. Hallo Marion,
    zufällig bin ich auf Deine Seite gestoßen und hab mit Freude Deinen Bericht über das differenzierte Unterrichten gelesen.
    Als Förderschullehrerin in einer Grundschule fühle ich mich manchmal wie mit dem Fahrrad auf einer Autobahn. Alle rasen und rasen, nur einige strampeln hinterher. Wie schön ist es da mal zu lesen, dass wirklich jemand die Gedanken der Inklusion umsetzt, sich traut und jedem Kind die Zeit gibt, die es braucht. - Du schreibst es schon und ich hätte es so vermutet: Bei dieser Arbeitsorganisation sind alle froh. Danke für den motivierenden Bericht!

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    1. Hallo Sandra,
      vielen Dank für deinen Zuspruch, es geht mir und den Kindern mit diesem Konzept wirklich gut :-)
      Viele Grüße Marion

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  2. Gerade genau mein Thema!
    Hab seit den Herbstferien eine gemischte Klasse 2/3 (förderschule) übernommen und in den Weihnachtsferien entschieden (und frei gegeben), dass die Kinder selbstständig in Einsterns Schwester arbeiten dürfen. Jubel bei den Schnellen (und bei mir) bin gespannt und finde es schön, das hier auch so zu lesen - bestätigt mein Vorgehen.
    Lg Silke

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    1. Hallo Silke,
      ja, man braucht eine Weile, bis man sich dazu entscheidet, aber für mich und die Kinder ist es ein zufriedeneres Arbeiten...
      Viele Grüße
      Marion

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  3. Das Ganze hört sich sehr gut an. Mich würde noch interessieren, welche Leistungsbeurteilung (Zeugnis mit Noten, Pensenbuch, verbale Beurteilung oder Elterngespräch) ihr anwendet. LG Buma

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    1. Hallo Buma,
      einfach ist das Konzept in Klasse 1 und 2, in Klasse 3 und 4 kommen uns die qualitativ gleich zu schreibenden Klassenarbeiten etwas dazwischen... Aber auch dazu haben wir eine Lösung gefunden wie ich denke... Ein bisschen Puffer verschafft eine zeitversetzte Klassenarbeit, die bis zu zwei Wochen möglich ist...
      Auch die Anforderung, die Kinder nach der 4 wieder in ein homogenes System zu schicken, ist etwas schwierig, aber nicht unmöglich...
      Wir bewerten die Klassenarbeiten mit Noten und haben auch Zeugnisnoten (müssen wir ja)! Darüber hinaus haben wir für Deutsch, Mathematik, Sozial- und Arbeitsverhalten "Ankreuzbögen" für einen Eltern-Lehrer-Kind-Sprechtag entwickelt, die wir für Arbeits- und Sozialverhalten und Deutsch in gleicher Form für das Zeugnis nehmen, denn in Arbeits- und Sozialverhalten konnten wir uns für verbale Beurteilung entscheiden, in Deutsch soll diese die Note ergänzen, diesen Spielraum gibt es schon... Die Kinder kreuzen den Bogen mit Selbsteinschätzung an, wir Lehrer unabhängig davon ebenfalls und im Gespräch verabreden wir Ziele mit den Kindern für das nächste Halbjahr und wie sie sie erreichen wollen. Das läuft sehr gut und da es eben die Ziele der Kinder sind, sind sie meist auch zügig erreichbar...
      Hoffe das konnte deine Frage etwas klären...
      Viele Grüße
      Marion

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  4. Also nach "nur ein Stück davon abgegangen" klingt das für mich nicht!!!
    Klingt gut!

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    1. Vielen lieben Dank! Wir haben tatsächlich in den vier Jahren Teamwork und mit zwei verschiedenen Klassen viele Dinge optimiert, beispielsweise sind wir davon abgekommen langsame Kinder zu Hause viel nacharbeiten zu lassen (es sei denn sie möchten es selbst), ebenso haben wir versucht das Klassenarbeitenthema mit gleichem Inhalt zu lösen, Eltern davon zu überzeugen, das war ab von der Norm die Eltern kennen anfänglich noch schwierig und wir wussten selbst noch nicht, ob das alles so machbar ist...
      Mittlerweile bin ich sehr von diesem Konzept überzeugt und habe Erfahrung, wenn auch immer noch mit neuen Kindern neue Erfahrungen und Problemchen dazu kommen, daher meine vage Formulierung: Wir sind auf dem Weg :-)
      Danke aber auch für deinen Zuspruch, ich kann es empfehlen und die Kinder haben sich in der Evaluation auch dafür ausgesprochen und Eltern, deren zweites Kind jetzt so arbeitet, haben mittlerweile auf dem Elternabend "Werbung" dafür gemacht und mit uns Überzeugungsarbeit für eine Gelassenheit und einem Zutrauen in die Leistungen der Kinder gemacht, das war sehr schön...
      Viele Grüße
      Marion

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  5. Hallo Marion,
    danke für deinen Beitrag. Er kommt gerade zur richtigen Zeit. SEit September habe ich eine erste Klasse in Mathe (bin aber Klassenlehrerin einer 4. - übe also schonmal für das neue Schuljahr :D ) und arbeite auch sehr individuell - jeder in seinem Tempo, mit gemeinsamen Plenumsphasen.
    Da ich aber noch Junglehrerin bin, stoße ich doch immer mal wieder an innere Grenzen und überlege, ob es so richtig und gut läuft. Aber eigentlich bestätigen die Kinder jeden Tag, dass sie sehr zufrieden sind, denn sie lieben Mathe und arbeiten sehr fleißig.
    Unsere Bewertung stellen wir gerade um. Noten gibt es erst ab Klasse 3 und auch nur in den Kernfächern. Am Ende jedes Halbjahres gab es bisher einen Schülerbrief. Nun stellen wir um auf Lernentwicklungsgespräch mit entsprechender Dokumentation des Leistungsfortschritts. Sehr spannend, aber auch sehr zeit- und arbeitsintensiv. Aber uns erscheint es doch viel sinnvoller.

    Ich bin gespannt, wie ich die erlebten Dinge aus dem jetzigen Schuljahr dann als Erstklasslehrerin (das erste Mal) im neuen Schuljahr umsetzen kann. Aber ich freue mich darauf ;)
    Viele Grüße
    Frau Lienchen

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  6. Ein schöner Bericht und es macht Mut, dass es klappt.
    Die Lehrwerke bei uns an der Schule eignen sich nicht so gut, um einen individuellen, selbstständigen Fortschritt zu ermöglichen. Deshalb habe ich mich für einen Mittelweg entschieden. In den Lehrwerken arbeiten wir zusammen. Das nimmt meist den ersten Teil einer Arbeitseinheit ein. Danach gehen die Kinder an individuelle Zusatzhefte, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Die Motivation ist riesig. Auch die Starken arbeiten im Lehrwerk normal mit, selbst wenn es sie scheinbar langweilt, damit sie dann in "ihren" Heften arbeiten können. Wenn einzelnen etwas aus dem Lehrwerk noch viel zu schwer ist, packen wir es weg und sie gehen direkt an ihre Zusatzhefte. Teilweise arbeiten die Kinder sehr fleißig, um ein Heft zu erreichen, das sie bei einem anderen Kind gesehen habe. Bisher bin ich mit diesem Weg sehr zufrieden. Fast alle Kinder zeigen verhältnismäßig gute Fortschritte. So weit ich den Eindruck habe, kommen alle Kinder gerne in die Schule und haben Freude am Lernen und die meisten Eltern vor allem die, die ältere Kinder haben, wo teilweise noch sehr gleichschrittig gearbeitet wird, sind auch zufrieden. Ich hoffe, dass wir zumindest in Deutsch auf Dauer noch auf ein anderes Werk umsteigen können, so dass die Kinder auch hier noch individuellere Wege gehen können.
    Viele Grüße
    Sarah

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    1. Hallo Sarah,
      natürlich ist es nicht immer möglich ein neues Lehrwerk einzuführen, doch ich finde deine Umsetzung total gut und denke, du bist auf dem gleichen Weg wie ich. Freut mich zu hören, wie es bei dir geht!!! Vielen Dank dir und viele Grüße
      Marion

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  7. Hallo Marion!

    Toll,dass du dich in einer "Regelgrundschule" auf den Weg gemacht hast jedem Kind sein Lerntempo zuzugestehen!
    Leider geschieht das noch zu selten und sowohl die Schwachen als auch die Starken kippen häufig.
    Ich arbeite seit vier Jahren an einer Schule mit einer Jahrgangsmischung 1 bis 4 in einer Lerngruppe. Allen Kindern gerecht zu werden und ansprechenden Unterricht vorzubereiten ist anstrengend und zeitintensiv. Jedoch "kannte" ich die Stärken und Schwächen meiner Kinder nie besser als jetzt. Die meisten Kinder kommen sehr gerne in die Schule und lernen oft freiwillig mehr als sie "müssen". Und genau da wollen wir doch hin, oder?
    Ich wünsche dir weiter viel Spaß mit deinen Kindern. Deine Mühe wird sich lohnen!
    Viele Grüße
    Alexandra

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    1. Hallo Alexandra,
      auch ich habe in jahrgangsgemischten Klassen als Lehrerin begonnen und die Kinder von klein bis groß waren wirklich rücksichtsvoller und teilweise auch selbständiger, weil ich mich immer um eine andere Lerngruppe kümmern musste!!! Arbeitsintensiv ist Differenzierung, aber wie du auch weißt, gibt es Lohn für die Mühe ;-)
      Danke für deinen bestätigenden Beitrag, viele Grüße
      Marion

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  8. Hallo,

    mich interessiert dieses Thema auch sehr. Ich suche auch immer noch nach einen bzw. mehreren Weg/en...um den Gleichschritt entgegenzuwirken.
    Was mich besonders interessiert, sind die "Ankreuzbögen" von denen du geschrieben hast. Die Selbsteinschätzung zu stärken, um so sein Lernen zu überdenken, um an seinen Stärken besser arbeiten zu können, ist, glaube ich, ein sehr wichtiger Schritt. Könntest du einen solchen Bogen mal posten???
    VIELEN DANK für deine Beiträge.
    LG Janett

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    1. Hallo Janett,
      die Zeugnisbögen möchte ich ungern hier veröffentlichen... Aber ich werde einen Post über unseren Eltern-Lehrer-Kind-Sprechtag verfassen und ein Beispiel posten :-)
      Viele Grüße Marion

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  9. Hallo Marion,
    mich würde interessieren, wie ihr das Ganze konkret im Unterricht umsetzt. Arbeitet ihr mit Wochenplänen? Ich habe während meines Referendariats mit Plänen (ein Plan pro Thema mit Pflicht und Wahlaufgaben, jeweils differenziert) gearbeitet. Das hat den Kindern sehr viel Freude bereitet. Jedoch war ich mit der Kontrolle der Aufgaben nie so wirklich zufrieden. Während des Unterrichts erlaubt es kaum Zeit für die Kinder und nach dem Unterricht nimmt es sehr viel Zeit in Anspruch. Einige Aufgaben wurden von "Experten"kindern kontrolliert, die dann oft in ihrer Arbeit unterbrochen wurden. Alles in allem war das für mich nicht die optimale Lösung. Daher bin ich sehr gespannt, wie du das organisierst. :)
    Viele Grüße, Christina

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    1. Hallo Christina,
      ja, die Korrektur erfordert etwas Zeit... Im ersten und zweiten Schuljahr arbeiten wir ohne Pläne, ich überlege mir zuvor, welche Seiten ich bei leistungsstarken/leistungsschwachen Kindern streichen oder erwarten möchte und prepariere die Heft entsprechend (wir benutzen im 2. Schuljahr ebenfalls die "Reinschreibhefte")... Es gibt zu unserem Lehrwerk auch Kontrollseiten, mit denen die Kinder bereits kontrollieren...Am Wochenende nehme ich mir die Hefte mit und kontrolliere nochmal drüber...
      Hausaufgaben von Klasse 1 und 2 ist fast immer ein Arbeitsblatt, welches die Kinder mir am nächsten Tag rauslegen und welches ich in der "Flitzepause" oder zwischendurch abhake...
      Ab Klasse 3 arbeiten wir mit Wochenplänen, in denen Pflichtaufgaben, Zusatzaufgaben und Hausaufgaben festgelegt sind... Schnelle und leistungsstarke Kinder haben bei mir bereits vor Freitag dann einen neuen Plan bekommen... Das hat im Laufe des 4. Schuljahres dann abgenommen, hier arbeiteten die Kinder weitgehend gleichschrittig, da die Inhalte schwieriger wurden und sie auch das Plenum abwarten wollten und lieber noch Zusatzaufgaben gewählt haben... Auch hier gibt es eine Selbstkontrolle, die weitgehend gut klappte, da die Kinder in höheren Jahrgängen auch besser selbst kontrollieren konnten... Die Hefte habe ich dann ab und zu mitgenommen, eigentlich nach Bedarf, die Hausaufgaben habe ich in der Schule abgehakt und auch mehr oder weniger je nach Kind in Stichproben kontrolliert...
      Das lief eigentlich ganz gut...
      Ein Kontrollheft für Selbstkontrolle ist also ab Klasse 1 sinnvoll, um die Kinder heranzuführen denke ich...
      Viele Grüße
      Marion

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  10. Liebe Marion,

    mich würde interessieren, wie das genau in Deutsch ab der 3. Klasse abläuft. Wie bearbeiten die Kinder en Thema? Wenn es jetzt z.B. um die wörtliche Rede geht. Wie erarbeiten die Kinder dann das Thema? Nutzt ihr da auch die Einsteinhefte noch? Wie sieht die Arbeit dann aus? An unserer Schule bin ich recht parallel mit meiner Kollegin. Wir schreiben z.B. einen Brief: Wie würdet ihr bei der Erarbeitung vorgehen? Wie würde ein Leistungsnachweis aussehen?
    Vielen Dank für deine Antwort :)

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    1. Liebe Frau Lehrerin,
      in Deutsch arbeiten wir in Teilen mit Einsterns Schwester ab Klasse 3... Doch da die Hefte sehr umfangreich sind, bearbeiten wir meist nur das Grammatik und das Rechtschreibheft dazu. Hier geht das individuelle Arbeiten sehr gut im Heft, wir führen aber täglich im Plenum einen Bereich ein. Dies wäre dann auch mit wörtlicher Rede so, die die Schüler dann im Heft, auch differenziert mit den Zusatzseiten üben können... Natürlich müssen alle Schüler ein Pensum an Übungen erledigt haben, da ja leider immer wieder Klassenarbeiten anstehen. Wir arbeiten also immer am gleichen Thema. Am meisten Spaß macht in den höheren Klassen der Aufsatzunterricht, hier differenziert es sich ja automatisch aufgrund des Wortschatzes, der Idee und der Geschichtenlänge... Wir führen aber immer die Basics ein. Und natürlich Lektüre lesen wir sehr gerne. Hier können auch viele gemeinsame Phasen unterschiedlich starker Schüler von Vorlesen, Stationsarbeit bis Weiterdenken zum Text bearbeitet werden... Es ist immer ein Spagat zwischen den Leistungsunterschieden und den erforderlichen Klassenarbeiten... Hoffe ich konnte deine Fragen beantworten...
      Viele Grüße Marion

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